Goldpreis aktuell von heute



Der Goldpreis weist seit dem neuen Jahrtausend eine höchst interessante Entwicklung auf, die historisch als einzigartig zu bezeichnen ist.

Sie hängt mit den wirtschaftlichen Entwicklungen des Technologiezeitalters zusammen, einige der Korrelationen sind sehr evident. Aber auch die Entwicklungen der Währungsräume inklusive der Euro-Einführung spielen eine Rolle.

Goldwert in Euro Gewicht Kurszeit (börsentäglich minütlich aktuell)
1.172,15 1 Unze 10:22 - 26.08.2016
Hinweis: Weitere Kurse


Die Goldpreisentwicklung seit dem Jahr 2000



Der Goldpreis bewegte sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts überwiegend seitwärts bis auf einen Ausreißer nach oben in den späteren 1970er Jahren. Dieser war durch die Aufgabe der Golddeckung des US-Dollars ab 1973 bewirkt worden.
Gold stieg daraufhin bis etwa 1979 von vorher 200 bis 250 Dollar pro Feinunze auf über 800 Dollar an und fiel dann wieder zurück in eine Preisspanne um 300 bis maximal 500 Dollar, die sich bis zum Jahr 2002 hielt.

Diese Entwicklung ist interessant, weil sie möglicherweise in ähnlicher Form aktuell wieder zu erwarten ist (Stand: 2015).

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Edelmetalle Gold, Silber und Platin eigentlich nicht zu exorbitanten Preisausschlägen tendieren. Ihr Preis lief oft über Jahrzehnte eher seitwärts.

Ab den späten 1990er Jahren setzten jedoch einige bemerkenswerte wirtschaftliche Entwicklungen ein, von denen drei besonders bedeutsam sind und offenbar starken Einfluss auf den Goldpreis nahmen:  

 

  • Die Internetentwicklung führte ab Mitte der 1990er Jahre zu einem Aufblühen der Online-Wirtschaft, das einen Hype an den Börsen verursachte. Technologieaktien wurden auf einmal sehr hoch bewertet, selbst kleinere Start-ups ohne Gewinne erreichten an der Börse eine Marktkapitalisierung über der von etablierten Konzernen der Old Economy. Diese sogenannte Dotcom-Blase platzte ab 2001.
  • In Europa wurde der Euro als Gemeinschaftswährung eingeführt. Es entstand ein Währungsraum mit ähnlichem Gewicht wie der des US-Dollars.
  • Die weltweiten Finanzkrisen häuften sich. Diese Entwicklung hatte schon mit dem Crash 1987 begonnen, ab den 2000er Jahren folgten Crashs in immer kürzeren Zeitabständen: mit dem Platzen der Dotcom-Blase und den Terroranschlägen des 11. September (beides 2001), der Finanzkrise 2007/2008 und der Fukushima-Katastrophe 2011. Diese Entwicklung ist nicht abgeschlossen, der jüngste Absturz an den Börsen resultiert aus dem Sommer 2015.
Das Goldpreis reagierte auf diese Entwicklungen mit einem Preisanstieg ab 2002 bis 2003, der zu einem Jahrtausendhoch führte. Im Herbst 2011 erreichte der Kurs - ausgehend von einer Preisspanne zwischen 300 bis 400 Dollar in 2002 - einen Preis von über 1.900 Dollar (1.300 Euro) pro Feinunze. Experten nahmen eine Interpolation mit historischen Goldpreisen vor, indem sie den Wert von Gold in historischen Währungen mit dem anderer Güter abglichen, vorrangig dem von Grund und Boden sowie Immobilien. Dabei stellten die Fachleute fest, dass Gold im vergangenen Jahrtausend nur einmal ähnlich teuer gewesen war wie 2011: in den Jahren 1470 bis 1490, kurz vor der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus. Anschließend hatte das Inka- und Aztekengold Europa überschwemmt und den Preis dauerhaft in den Keller geschickt. Preisausschläge wie zu Beginn des dritten Jahrtausends sind daher als Ausnahme zu betrachten, sie werden alsbald korrigiert. Ab 2011 fiel der Goldpreis in Euro wieder und pendelte sich bis ab Mitte 2013 auf eine Spanne zwischen rund 875 Euro bis 1.150 Euro ein. Der aktuelle Goldpreis in Euro beträgt heute, am 26.08.2016, um 10:22 - 1.172,15 Euro pro Feinunze. Weltweit wird der Goldpreis in Dollar pro Feinunze angegeben. Europäer allerdings, die sich für Gold als Kapitalanlage interessieren und dieses in Euro bezahlen, müssen die Preisentwicklung zwischen Euro und Dollar im Auge behalten. Durch die jüngsten Krisen in Europa geriet der Euro unter Druck, was auf die Preisentwicklung von in Euro gehandeltem Gold durchschlug - Gold wurde für Europäer signifikant teurer.

Ein interessantes und relativ aktuelles Video zum Goldpreis aus Juli 2015

Gold als Inflationsschutz



Welche Rolle spielt Gold im Jahr 2015 als Inflationsschutz? Offenbar keine sehr große, denn es gibt keine Inflation. In Europa befürchtet man inzwischen eine Deflation, die Inflationsraten sanken im letzten halben Jahr auf kümmerliche 0,2 - 0,6 % (je nach betrachtetem Waren-/Dienstleistungskorb). Gleichzeitig ist das Zinsniveau immer weiter gesunken, weil die Europäische Zentralbank die Leitzinsen stetig reduzierte. Die FED hatte die Leitzinsen in den USA schon etwas früher auf einen Korridor zwischen 0,00 - 0,25 % sinken lassen, in Japan herrscht seit fast zwei Jahrzehnten eine Quasi-Nullzinspolitik. Zu beachten ist in diesem Zusammenhang, dass trotz der niedrigen Zinsen in den USA und Japan und der sinkenden Zinsen in Europa der Goldpreis nach 2009 trotzdem noch eine Weile stieg. So eine Preisentwicklung an der Börse ist in gewisser Weise immer ein Selbstläufer. Ab dem Spätherbst 2011 jedoch wurde diese Entwicklung ausgebremst. Viele Experten sahen Gold als überteuert an, große Spekulanten wie Soros und Buffett hatten schon im Sommer 2011 ihre Goldbestände stark reduziert. Hinzu kam die nachlassende Inflation, Gold wurde als Inflationsschutz für die Anleger uninteressant. Lediglich die industrielle Bedeutung von Gold hätte dem Preisverfall noch entgegenwirken können, doch diese ist nicht so hoch. Gold wird in der Industrie nur zu etwa 7 - 9 % seiner Produktion “verbraucht” (verwendet ohne Recyclingmöglichkeit), beim Silber sind es inzwischen über 50 %, beim Platin rund 30 - 40 %. Daher koppelte sich die Preisentwicklung vor allem des Silbers in den letzten Jahren teilweise vom Gold ab. Im Wesentlichen hängen jedoch die Preise der drei wichtigsten Edelmetalle stark zusammen, weil die Einflüsse der Zins- und Geldpolitik sowie der globalen Wirtschaftsentwicklung wesentlich stärker auf die Kurse wirken. Nicht zuletzt wird ein Börsenniveau stets auch durch Spekulation angetrieben. Die exorbitante Entwicklung des Goldpreises im ersten Jahrzehnt des dritten Jahrtausends lässt sich nicht allein aus Wirtschaftsdaten erklären. Spekulanten - darunter große Hedgefonds - kauften ab 2007 und dann noch einmal ab 2009/2010 im großen Stil physisches Gold und Gold-Futures. Daher trägt die Preisentwicklung bis 2011 aus rein börslicher Betrachtung auch den Charakter einer Blase, die zwangsläufig platzen musste.

Gold als Wertanlage


Bleibt Gold als Wertanlage bedeutsam? Davon ist auszugehen. Gold gehört zumindest als Beimischung in jede Kapitalanlage, es dient dem Aufbau von Vermögen. Dabei ist zu beachten, dass ein Vermögenswert wie Gold nicht so schnell veräußert wird wie Aktien und nicht so schnell verbraucht wird wie Bargeld.
Goldpreis
Der Goldpreis
Das hat zum Teil rein praktische Gründe. Wer etwa Goldbarren kauft, schafft sich hierzu einen Tresor an, spart auf die Anschaffung und plant sehr langfristig. Wer Goldschmuck kauft, lässt diesen seine Frau zu besonderen Anlässen tragen. Daher wird Gold nicht leichtfertig verkauft, nur weil der Preis gerade zu sinken scheint. Dieses Verhalten entspricht auch dem langfristigen Anlagecharakter von Gold, das immer für eine Überraschung gut ist. Wer schon seit den 1990er Jahren Gold besaß, konnte ab 2003 voller Freude dem Zuwachs seines Vermögens zuschauen. Gold ist und bleibt daher immer wertvoll, ob als Bestandteil von Kunstwerken, als Ehering, Münze oder Barren oder auch in Form von Zertifikaten. Goldkäufer, die physisches Gold kaufen, sollten hierbei lediglich darauf achten, dass es in möglichst wertvoller Legierung vorliegt. Das betrifft vor allem Käufer von Goldschmuck. Die traditionelle Goldlegierung 333 kommt inzwischen etwas aus der Mode, denn dieses Gold ist nicht allzu werthaltig. Auch wenn junge Leute heute vor der Hochzeit ihren Ehering bestellen, sollten sie wenigstens auf 585er Gold setzen. Barren sind ohnehin rein, auch Anlagemünzen werden schon länger mit einem Goldgehalt von 999/1000 oder gar 999,9/1000 angeboten.

Gold in der Geschichte


Gold gehört nicht nur zu den ältesten Edelmetallen, sondern auch zu den ersten Metallen überhaupt, die Menschen bearbeiteten. Das hängt mit seinen physikalisch-chemischen Eigenschaften zusammen. Es ist vergleichsweise weich und lässt sich gut legieren. Eine ähnliche Position nimmt Silber ein, während Platin als Rohstoff und als Edelmetall eine sehr junge Geschichte aufweist. Erste Gold- und Silberfunde sind archäologisch aus der Zeit vor etwa 6.500 bis 7.000 Jahren belegt, es könnte sie schon früher gegeben haben. Alsbald stellten schon die vorchristlichen Völker fest, wie selten diese Edelmetalle sind und dass es mehr Silber als Gold gibt.
Goldpreisentwicklung
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Allerdings entspricht die Preisrelation zwischen Gold und Silber - Gold ist aktuell 80-mal teurer - nicht exakt der Relation der Vorkommen. Silber müsste im Vergleich zu Gold etwas teurer sein. Doch bei Preisbildung spielen Präferenzen eine große Rolle. Frühe Völker verwendeten beispielsweise manchmal Gold- und Silbermünzen, manchmal aber auch nur Silber, was mit Fälschungen, der schwierigen Produktion und anderen Faktoren zusammenhing. Die Entwicklung des Goldpreises (und auch die Preisentwicklung von Silber) wurde in den Jahrtausenden bis etwa zum 18./19. Jahrhundert durch die Verwendung der Edelmetalle in der Schmuckindustrie und in der Münzherstellung für Umlaufmünzen bestimmt. Umlaufmünzen aus Gold gibt es auch heute noch, der Krügerrand in Gold etwa oder auch der Goldeuro sind offizielle Zahlungsmittel. Allerdings verwendet sie niemand dementsprechend, weil ihr Nominalwert stets deutlich unter dem Edelmetallwert liegt. Bei früheren Münzen war das nicht so, sie waren das wert, was sie auch in der Herstellung gekostet hatten. Die Knappheit der Edelmetalle bestimmte daher sehr stark ihren Preis, des Weiteren auch die Möglichkeit, sie überhaupt zu fördern. Da Gold überwiegend unter Tage vorzufinden ist, bleibt diese Knappheit bestehen. Man schätzt die weltweiten Reserven auf etwas über 50.000 Tonnen, von denen im Jahr 2015 knapp 20 Tonnen gefördert werden. Das klingt zunächst danach, als gäbe es genügend Gold, aber die Förderung wird teilweise immer aufwendiger. In Südafrika etwa sind immer tiefere Schächte anzulegen, um signifikante Goldvorkommen fördern zu können. Daher bleibt Gold knapp, wie es schon seit Jahrtausenden knapp ist. Seine Bedeutung als Vermögens- und Kapitalanlage wird niemals schwinden.







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